CORPUS COLINA

CORPUS CULINA/ RAUM ALS KOLONIE DES KÖRPERS

ein Verwicklungshilfeprojekt des Studium Generale der UdK Berlin und caprificus.org

Für das Studienprogramm „Diversität im Dialog“ erproben die Studierenden verschiedene Inszenierungsstrategien eines vorgegebenen trivialen Bildes. Das auf ebay gefunden Bild einer Küchenzeile Marke Rembrandt wird zunächst transformiert, dekonstruiert, umcodiert und neu besiedelt. Das Leitbild wird von den Studierenden in andere Zusammenhänge, Geschichten und Inszenierungen verwickelt, die Bezug nehmen auf ihre persönliche Bildwelten und mit ihren jeweiligen Heimatländern in Verbindung gebracht werden. Während der Lehrveranstaltung sollen sich die Teilnehmer mit spezifischen Raum- und Bilderfahrungen ihres Kulturkreises auseinandersetzten, diese konfrontieren und dokumentieren.

  Als Reibungsfläche dient dabei das Bild der Küche: Schnittstelle der Diskurse von Tradition, Heimat, Familie einerseits und Repräsentation, Selbstverwirklichung und globaler Typisierung andererseits. Die Küche als Kolonie des Körpers, verlängerte Werkbank des Stoffwechsels, als Verdauungsprothese.

  In einem zweiten Schritt entstehen Visionsräume, in denen die verschiedenen Inszenierungen des Leitbildes präsentiert werden. Die Ergebnisse können wie das Innere einer Kamera sein oder ein Bühnenbildmodell mit Spiegel, in dem die Wirklichkeit im verkleinerten Maßstab gezeigt wird. Ein Monitor wird zum Modellkasten eines Theaters. Im vielfältigen Dialog zwischen den Studierenden entstehen Nester,  Zellen, Zimmer, Observatorien.

  In einem letzten Schritt errichtet caprificus.org zusammen mit den Studierenden in einem Ausstellungsraum eine Bauanlage in Form einer Küchenzeile. An diese werden die modellhaften Experimentalräume angedockt und so in einen größeren Organismus einbezogen. Das verborgene Innere der Küchenzeile mit den satellitenartigen Inszenierungsräumen wird abgefilmt und mittels Beamern in den Ausstellungsraum übertragen.

Leonard Jung

Leonard

Leonard Jung

Aus den Klängen des kulinarischen Alltags entsteht eine auditive Collage des Aktiven und Verändernden. Die Unterschiedlichkeit schlägt sich nicht nur im Hörbaren nieder. Durch das Zusammenbringen verschiedener Künstler mit diversen Hintergründen wird der Monotonie ein sichtbares Gegenbild gesetzt.